{"id":763,"date":"2020-06-01T19:26:58","date_gmt":"2020-06-01T17:26:58","guid":{"rendered":"https:\/\/overthekitchen.de\/?p=763"},"modified":"2020-06-24T11:01:18","modified_gmt":"2020-06-24T09:01:18","slug":"sind-industrielle-lebensmittel-sterbemittel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/overthekitchen.de\/?p=763","title":{"rendered":"Sind industrielle Lebensmittel Sterbemittel?"},"content":{"rendered":"\n<p><strong><em>Lesetipp zum Buch von Franz Keller <a href=\"https:\/\/www.buchkomplizen.de\/e-Book\/Alle-Buecher\/Ab-in-die-Kueche.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201eAb in die K\u00fcche\u201c<\/a><\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein gutes Essen zu geniessen, am Besten noch gemeinsam, ist eine tolle Voraussetzung f\u00fcr ein gutes Gespr\u00e4ch. An einem Tisch zu sitzen und nicht nur eine Mahlzeit zu teilen, sondern auch Gedanken und Ideen auszutauschen oder \u00fcber Probleme zu sprechen, das schafft eine andere Atmosph\u00e4re und klappt auch wunderbar, wenn man sich mit Freunden oder der Familie zum Essen trifft. Und wahrscheinlich ist genau aus diesem Grund der Tisch in vielen H\u00e4usern und Wohnungen ein zentraler Mittelpunkt. Lasst euch von der sozialen Funktion eines guten Essens \u00fcberzeugen. Ich bin nun seit mehr als 20 Jahren Koch, gemeinsam an einem Tisch zu sitzen und zu essen ist der soziale Kitt sowohl zu Hause f\u00fcr die Familie als auch f\u00fcr die Kollegen oder die Gesellschaft. Bei einem guten Essen k\u00f6nnen grossartige Ideen entstehen und die meisten Probleme sind nur noch halb so wild und zu einer L\u00f6sung findet man oftmals viel entspannter. Das mag daran liegen das gutes Essen uns gl\u00fccklich stimmt, wir eine Befriedung erfahren und uns f\u00fcr einen kleinen Moment von allen ablenkt. Darum, fangt wieder an selber zu kochen, setzt euch an einen Tisch und geniesst die gemeinsame Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Ok, nun Essen verbindet Menschen, aber gilt das auch, wenn die Nahrung nur noch aus Fertigprodukten wie Tiefk\u00fchlpizza besteht?<\/p>\n\n\n\n<p>Genau dies ist ein Problem unserer Zeit. Unser Essen, unsere Ern\u00e4hrung haben wir mit den letzten Jahrzehnten aus der Hand gegeben und irgendwie sehr stark wegrationalisiert. Unser Essen muss heute effizient, schnell und zum mitnehmen sein. Das ist f\u00fcr mich als Koch schrecklich, wenn man so schaut was wir uns da so alles an Fast- und Fertigfood genehmigen und vielen Menschen ist es auch offensichtlich egal. Die Devise scheint zu sein: Hauptsache schnell und satt. Dies ist doch aber keine gute Ern\u00e4hrungsgrundlage &#8211;  nein das macht uns krank. In meinen Augen sind genau solche industriell hergestellten Lebensmittel im Grossen und Ganzen echte Sterbemittel.<\/p>\n\n\n\n<p>Beim kochen in der K\u00fcche geht es um das Wesentliche, es geht um unser Leben. Die Nahrung die wir t\u00e4glich zu uns nehmen, soll unseren K\u00f6rper und den Geist m\u00f6glichst optimal mit Energie und N\u00e4hrstoffen versorgen. So ist das Essen also eine ganz zentrale, vielleicht sogar die wichtigste Aufgabe f\u00fcr uns Lebewesen. Aber die Todesursache Nummer eins ist heute eine falsche Ern\u00e4hrung. Wir im Westen fressen uns zu Tode und am anderen Ender der Welt sterben immer noch Millionen Menschen an Hunger. An der Tankstelle darf der Liter \u00d6l f\u00fcr das Auto, gut und gerne \u00fcber 45 Euro kosten, aber wir sind nicht bereit mehr wie 6 Euro f\u00fcr das \u00d6l auszugeben das f\u00fcr unseren Motor, unseren K\u00f6rper gebraucht wird. Dies zeigt doch nun ganz deutlich wie wir hier unterwegs sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Was l\u00e4uft denn nun bei unserer Ern\u00e4hrung alles falsch? Ehrlich gesagt, so ziemlich alles. Grade jetzt zur Zeit der Coronakriese (Mai 2020) laufen so viele bereitwillig mit einem Mund- und Nasenschutz herum, wird das hinterfragt? Nein es machen alle so und es ist ja auch von der Regierung so \u201eangeordnet\u201c. Das reicht als Begr\u00fcndung. Und ich sehe es jeden Tag das kaum jemand damit gl\u00fccklich ist, aber man setzt ihn halt kompromisslos auf. Genau das selbe sehe ich in den Mastfabriken, dort wo das hoch subventionierte Billigfleisch von miserabler Qualit\u00e4t produziert wird. Dort hinterfrag auch kaum einer etwas. Nicht einmal den hohen Antibiotika &#8211; Einsatz. Oder das wir daf\u00fcr Soja importieren, das in S\u00fcdamerika in riesigen Monokulturen angebaut wird und f\u00fcr die auch weiterhin der Regenwald abgeholzt wird. Die G\u00fclle, die aus diesen exorbitanten Futtermengen entsteht, landet auf den \u00c4ckern der Bauern und es entsteht ein massives Nitratproblem. Dies alles nur damit wir das Billigfleisch dann wieder in andere L\u00e4nder exportieren, wo wir auch noch die landwirtschaftlichen Strukturen zerst\u00f6rten. Das ist ein abartiger Kreislauf, der uns, die Menschen krank macht und den Planeten zerst\u00f6rt. Wir brauchen unbedingt eine Ver\u00e4nderung bei unserem Verhalten, bei unserem Konsum. Aber vor allen brauchen wir eine radikale Agrar- und Ern\u00e4hrungswende. Und diese kann schon jeder bei sich selbst einleiten. Dies bedeutet nicht das nun alles Bio sein muss, nein schaut einfach das ihr Produkte ausw\u00e4hlt, die nachhaltig, regional und saisonal sind. Kirschen in Dezember sind genauso unn\u00fctz wie Spargel aus Thailand oder gr\u00fcne Bohnen aus Kenia. Ja es gibt Delikatessen, aber bitte nicht zu um jeden Preis und vor allem nicht zu jeder Zeit. <\/p>\n\n\n\n<p>Fangt wieder an, m\u00f6glichst jeden Tag selber zu kochen. Mit unverarbeiteten und\/ oder \u201cechten\u201c Lebensmitteln, denn nur so k\u00f6nnen wir die Kontrolle \u00fcber unsere Ern\u00e4hrung wieder zur\u00fcckerlangen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die meisten Menschen wissen durchaus, das eine Suppe aus der B\u00fcchse nicht das Nonplusultra ist. Aber viele Menschen sind der Meinung, das Gem\u00fcse waschen und putzen oder eines Salates zuviel ist nach einem 8 bis 12 Stunden Arbeitstag. Die Frage lautet: Wie kann eine gesunde Ern\u00e4hrung selbst bei einem stressigen Arbeitstag funktionieren?<\/p>\n\n\n\n<p>Nun das Kochen ist im Grossen und Ganzen nur ein Abfolgeprozess. Je \u00f6fter wir es tun und je vorausschauender wir dabei planen, desto einfacher und schneller wird es gehen. Keiner kann wirklich behaupten, man habe daf\u00fcr keine Zeit. Wenn man einmal schaut was der durchschnittliche Konsum adiovisueller Medien sind, so liegt er heute schon bei rund 10,5 Stunden pro Tag. Einfach mal eine Stunde weniger vor der Glotze h\u00e4ngen oder eine Stunde weniger \u201ezocken\u201c und daf\u00fcr etwas gutes kochen. Dies sollte f\u00fcr jeden m\u00f6glich sein. Ja wir m\u00fcssen ein wenig aus der Komfortzone heraus und den Alltag etwas umstrukturieren, aber mit etwas \u00dcbung gelingt dies recht gut und wir belohnen uns ja mit gutem Essen. Kochen und Essen m\u00fcssen wieder zu einem Ritual werden, das ganz bewusst in den Alltag intrigiert wird. Zeit ist doch auch das, wof\u00fcr man sie nutzt. Und wenn der Stellenwert einer guten und ausgewogenen Ern\u00e4hrung f\u00fcr das Wohlbefinden einem wieder bewusst wird, dann ist selberkochen alles andere als eine Zeitverschwendung oder Arbeit, es wird dann zu einem Vergn\u00fcgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun gibt es noch das Problem mit der meist zu kurzen Mittagspause. Wer rasch etwas Warmes essen m\u00f6chte, hat es oft nicht so leicht, etwas zu finden, das rasch zubereitet, recht g\u00fcnstig, satt macht und dazu noch gesund ist. Oft bleibt ja nur die Wahl zwischen Schnitzel mit Pommes oder einem Salat. Liegt hier ein Problem der Gastronomie vor, wo die Restaurants ihre Speisekarten etwas optimieren k\u00f6nnten? Ja und nein, ich denke beide Seiten stehen hier in der Pflicht. Zum einen sollten die K\u00f6che in den Restaurants die Vorreiter und Vorbilder f\u00fcr eine gesunde und gute Ern\u00e4hrung sein. Doch hat die Convenience &#8211; Seuche vor allem in der Kantinengastronomie, aber auch in den Restaurants extrem Einzug gehalten. Ganz zu schweigen von den Gemeinschaftsverpflegung in den Heimen oder im Krankenhaus wo man ja von ausgehen sollte, das es grad im Krankenhaus nur gesundes Essen geben sollte. Aber das Arbeiten mit fertigen oder halbfertigen Zutaten ist leider viel zu oft im Einsatz und verf\u00e4lscht in meinen Augen die Berufung eines Koches. Aber auf der anderen Seite sind ja nun insbesondere die Deutschen echte Sparf\u00fcchse beim Thema Essen. Gutes Essen aber hat nun einmal seinen Preis und den sollten wir auch im Restaurant bezahlen, wenn wir die Handwerkskunst der K\u00fcche wertsch\u00e4tzen, wenn wir eine gute Mahlzeit mit dem entsprechenden Service erleben wollen. Ich finde es ist eine richtige und gute Investition, vor allem in die Gesunderhaltung unseres K\u00f6rpers. Mit Recht geh\u00f6rt hier auch ein grosses St\u00fcck Vertrauen in die jeweiligen Gastronomen, das auch ein Steinbutt ein Steinbutt ist und nicht die Scholle auf dem Teller landet. Aber dies m\u00f6chte ich hier erst einmal ausschliessen. <\/p>\n\n\n\n<p>ich sage auch ganz klar, das Thema Ern\u00e4hrung und kochen, sollte als Hauptfach in jeder Schule unterrichtet werden. Wenn man sich die dramatischen Zahlen zu den extrem \u00fcbergewichtigen oder von Diabetes betroffenen Jugendlichen anschaut, ist dort schon ein dringender Handlungsbedarf geboten. Nun sind die Eltern f\u00fcr die Ern\u00e4hrung ihrer Kinder an erster Steller selbstverst\u00e4ndlich selbst gefordert. Aber wenn gute 40 Prozent der deutschen nicht mehr oder vielleicht einmal oder zweimal die Woche kochen &#8211; wo sollen es die Kinder dann lernen? Viele bringen doch heute schon nicht mehr das Schnitzel, das sie Folie verschweisst kaufen, mit dem Tier in Verbindung, von dem es stammt. Eine gute und umfassende Bildung und vor allem Selberkochen, das Stellt die Verbindung zur Natur, von der wir leben, wieder her. <\/p>\n\n\n\n<p>Wie kann man dar\u00fcber hinaus die Entwicklung in der Politik die sich ja nun in der Zeit der Coronakriese (Mai 2020) um unsere Gesundheit einsetzt beurteilen? Wie kann man die aktuellen Weichenstellung der Landwirtschaftministerin &#8211; aktuell Julia Kl\u00f6ckner &#8211; beurteilen? Meine pers\u00f6nliche Meinung zu unserer Bundesregierung, wie sie sich um unsere Gesundheit sorgt ist im Grunde ja nicht ganz so verkehrt, die Massnahmen die getroffen wurden m\u00f6chte ich hier nicht besprechen, aber wie w\u00e4re es wenn es mal nicht nur um einen Schnupfenvirus gehen w\u00fcrde. Wenn unsere Politiker wirklich um die Gesundheit der Bev\u00f6lkerung bem\u00fcht w\u00e4re, warum wird die Masttierhaltung vom Staat subventioniert? Warum wird der Einsatz von Glyphosat selbst von den Gr\u00fcnen begr\u00fcsst und weiter auf die \u00c4cker verspr\u00fcht? Warum gibt es noch keine N\u00e4hrwertampel auf unseren Lebensmitteln? Warum steht auf Fr\u00fchst\u00fcckscerealien das Wort gesund drauf, wo dort doch viel zu viel Zucker, Zusatzstoffe und Farbstoffe drin sind und bei einem Apfel steht das Wort gesund nicht bei. Bei den Zigaretten haben wir die krassen Bilder von Krankheiten drauf, warum nicht bei einer Tafel Schokoladen von der lila Kuh, wo bei dies ja alles andere ist als eine Schokolade.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir als Konsumenten m\u00fcssen viel mehr Druck auf die Politik aus\u00fcben. Diese Macht haben wir, und wir sollten sie nutzen. Die Bauern sind ja nun gerade zum ersten mal seit Jahren auf die Strasse gegangen, und um sie ruhig zu stellen, wurde von der Groko eine \u201eBauernmillarde\u201c spendiert, von der sich jetzt die Landwirte fragen: Was soll das? Statt eine echte Agrarwende einzuleiten, wird ein erwiesenermassen lasches System weiter zementiert. Mit dem Geld sollen sich die Bauern jetzt gr\u00f6ssere Auffanggruben f\u00fcr die G\u00fclle bauen, statt die \u00dcberd\u00fcngung der Felder und damit die Nitratbelastung des Grundwassers nachhaltig zu regulieren. Statt mit dem Ganzen EU-Geld weiterhin die Fl\u00e4che zu subventionieren, sollten es grade die kleineren Betriebe und die regionalen Strukturen gef\u00f6rdert werden, f\u00fcr eine gesunde Ern\u00e4hrung wie f\u00fcr den Klimaschutz. Nur ist es denn wirklich von Nutzen wenn kein Mensch mehr krank wird von seiner t\u00e4glichen Ern\u00e4hrung? Meine Antwort sollte nun hier bekannt sein.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Hier der Lesetipp zum Thema \u201eAb in dei K\u00fcche\u201e von Franz Keller:<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.buchkomplizen.de\/e-Book\/Alle-Buecher\/Ab-in-die-Kueche.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"> https:\/\/www.buchkomplizen.de\/e-Book\/Alle-Buecher\/Ab-in-die-Kueche.html<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lesetipp zum Buch von Franz Keller \u201eAb in die K\u00fcche\u201c Ein gutes Essen zu geniessen, am Besten noch gemeinsam, ist eine tolle Voraussetzung f\u00fcr ein gutes Gespr\u00e4ch. 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