{"id":793,"date":"2020-02-14T09:55:00","date_gmt":"2020-02-14T08:55:00","guid":{"rendered":"https:\/\/overthekitchen.de\/?p=793"},"modified":"2020-07-10T18:27:28","modified_gmt":"2020-07-10T16:27:28","slug":"der-eiweissbedarf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/overthekitchen.de\/?p=793","title":{"rendered":"Der Eiweissbedarf"},"content":{"rendered":"\n<p>Um den Eiweissbedarf des Menschen zu bestimmen, m\u00fcssen wir vorher noch die biologische Wertigkeit von Eiweiss besprechen. Wie wird sie bestimmt und was bedeutet dies f\u00fcr uns.<\/p>\n\n\n\n<p>Die biologische Wertigkeit ist eine Methode um die Qualit\u00e4t von Eiweiss von Lebensmitteln zu bewerten. Jedes Nahrungseiweiss hat ein eigenes Profil von Aminos\u00e4uren. Manches ist davon g\u00fcnstig f\u00fcr uns, manches eher nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Massstab f\u00fcr die biologische Wertigkeit, dient im deutschsprachigen Raum, das Eiweiss des H\u00fchnereis. In genau diesem Eiweiss sind alle unentbehrlichen Aminos\u00e4uren in einem sehr g\u00fcnstigen Verh\u00e4ltnis vorhanden und k\u00f6nnen fast komplett in k\u00f6rpereigenes Eiweiss umgebaut werden &#8211;  so ist die biologische Wertigkeit vom H\u00fchnerei 100. Demnach k\u00f6nnen nun andere Lebensmittel nach diesem Referenzwert gemessen werden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><strong><em>Lebensmittel    <\/em><\/strong>         <\/td><td><strong><em>Biologische Wertigkeit<\/em><\/strong><\/td><\/tr><tr><td>Molkenprotein<\/td><td>104<\/td><\/tr><tr><td>H\u00fchnerei<\/td><td>100<\/td><\/tr><tr><td>Soja<\/td><td>96<\/td><\/tr><tr><td>Thunfisch<\/td><td>92<\/td><\/tr><tr><td>Sojamilch<\/td><td>91<\/td><\/tr><tr><td>Buchweizen<\/td><td>90<\/td><\/tr><tr><td>Milch<\/td><td>88<\/td><\/tr><tr><td>Edamer K\u00e4se<\/td><td>85<\/td><\/tr><tr><td>Quinoa<\/td><td>83<\/td><\/tr><tr><td>Reis<\/td><td>83<\/td><\/tr><tr><td>Kartoffeln<\/td><td>76<\/td><\/tr><tr><td>Roggenmehl<\/td><td>76-83<\/td><\/tr><tr><td>Rindfleisch<\/td><td>80<\/td><\/tr><tr><td>Casein<\/td><td>76<\/td><\/tr><tr><td>Bohnen<\/td><td>72<\/td><\/tr><tr><td>Hafer<\/td><td>60<\/td><\/tr><tr><td>Linsen<\/td><td>60<\/td><\/tr><tr><td>Weizenmehl<\/td><td>56-59<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption>Quelle: Wikipedia<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Nun mit jeder Mahlzeit einer gemischten Ern\u00e4hrung werden viele Lebensmittel zusammen aufgenommen und so k\u00f6nnen sich die Aminos\u00e4uren der verschiedenen Nahrungseiweisse hervorragend miteinander erg\u00e4nzen. Dabei k\u00f6nnen sich tierische Eiweisse und pflanzliche Eiweisse besonders gut gegenseitig aufwerten. So ist in der Regel eine hohe biologische Wertigkeit von \u00fcber 100 stets gegeben. Werte \u00fcber 100 kommen dadurch zustande, weil vorhandene Aminos\u00e4uren besser genutzt werden k\u00f6nnen und nicht abhanden kommen. Das Kartoffeleiweiss hat zum Beispiel einen hohen Erg\u00e4nzungswert. Wird nun Fleisch oder Milchprodukte mit einer Portion Kartoffen verzehrt, so l\u00e4sst sich dadurch eine biologische Wertigkeit von 116 erreichen. Die h\u00f6chstm\u00f6gliche biologische Wertigkeit von 136 erreicht man durch die Kombination von H\u00fchnerei und Kartoffeln. Aber dazu muss man auf ein H\u00fchnerei, was grade mal  60g wiegt, ganze 600g Kartoffeln Verspeisen um ein optimales Verh\u00e4ltnis zu erreichen. Man hatte fr\u00fcher Patienten mit Leber- oder Nierenproblemen oft mit einer Kartoffel &#8211; Ei &#8211; Di\u00e4t behandelt. Heute sind in der Di\u00e4ttherapie hochwertige Proteinpulver in der Lage den Betroffenen das Leben zu erleichtern. Es wird um so weniger Eiweissmenge ben\u00f6tigt, um den Eiweissbedarf eines Menschen zu decken, umso h\u00f6her die biologische Wertigkeit beziehungsweise die Qualit\u00e4t eines Eiweisses ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei einer abwechslungsreichen und normalen Ern\u00e4hrung, die viele verschiedene Lebensmittel enth\u00e4lt &#8211; wie Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte, Getreide, H\u00fclsenfr\u00fcchte und Kartoffeln, sollte man sich keine grossen Sorgen bereiten um die Eiweissqualit\u00e4t der Ern\u00e4hrung.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber Menschen, die sich rein pflanzlich ern\u00e4hren &#8211; also vegan und somit komplett auf tierische Lebensmittel verzichten, sollten Acht auf ihre Eiweissversorgung geben. Wird die vegane Ern\u00e4hrung sehr einseitig praktiziert, so bietet sie auch nur eine mittelm\u00e4ssige Eiweissqualit\u00e4t und eine unzureichende Eiweissmenge. Von daher lautet nur all zu oft &#8211; Veganer esst besonders viele H\u00fclsenfr\u00fcchte. Bohnen, Linsen und Erbsen sind nicht nur selbst hervorragende Eiweisslieferanten, nein sie erg\u00e4nzen sich auch prima mit dem Getreideeiweiss. Die H\u00fclsenfr\u00fcchte enthalten die Aminos\u00e4ure Lysin, die im Getreide oftmals zu kurz kommt. Das Getreide liefert daf\u00fcr die Amonis\u00e4ure Methionin, welches aber bei den H\u00fclsenfr\u00fcchten zu wenig vorhanden ist. Isst man beides zusammen, so l\u00e4sst sich recht einfach eine biologische Wertigkeit von gut 100 erreichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-medium-font-size\"><strong><em>Der Eiweissbedarf des Menschen<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der wichtigste Grundbaustoff des K\u00f6rpers ist das Eiweiss. Wir f\u00fchlen uns auch erst wirklich richtig satt wenn der Bedarf an Eiweiss gedeckt ist, darum haben wir auch einen grossen Appetit auf Eiweiss. Und genau dies besagen auch viele Studien oder Experimente.<\/p>\n\n\n\n<p>Man k\u00f6nnte an sich selbst ein Versuch starten. Man f\u00fchrt ein Ern\u00e4hrungstagebuch, wo genau protokolliert wird was, wieviel, von was gegessen wird. So schaut man nach ob man sein Kalorienbedarf deckt. Man wird feststellen, das man bei einer eiweissreichen Kost viel weniger isst bis man satt ist und ein Drittel weniger Kalorien aufnimmt. Isst man nun aber eher eiweissarm, so isst man viel mehr bis man satt ist und man nimmt auch eher mehr Engie zu sich als wirklich ben\u00f6tigt wird. Aber bei beiden Versuchen wird man in etwa den gleichen Eiweissbedarf gedeckt haben. Also ist ein Fazit, man isst so lange bis der pers\u00f6nliche Eiweissbedarf gedeckt ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Und genau dies kann ein weiterer Grund daf\u00fcr sein, das sich heutzutage so viele Menschen \u00fcberern\u00e4hren. Isst man zum Fr\u00fchst\u00fcck ein Buttercroissant mit Honig und trinkt noch Glas Orangensaft dazu, so wird man eine Menge Energie in Form von Kohlenhydraten und Fetten aufnehmen, aber der Eiweissgehalt ist dabei verschwindend klein. So wird man auch nicht in echt satt sein und nach so einem Fr\u00fchst\u00fcck bekommt man dann auch sehr schnell wieder Hunger. Also ist es auch hier wieder die zu geringe Eiweissaufnahme regt uns an schneller wieder etwas zu essen. Genau dies ist auch der Grund warum Di\u00e4ten oftmals zum Scheitern verurteilt sind &#8211; wenn man sich nicht um eine ausreichende Eiweisszufuhr k\u00fcmmert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-medium-font-size\"><strong><em>Der Grundbedarf an Eiweiss<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der t\u00e4gliche Verlust an Eiweiss &#8211; das ist der Grundbedarf, der ersetzt werden muss. Im Stoffwechsel geht Eiweiss unter anderem verloren, wenn Aminos\u00e4uren zu Energie verbrannt wird. Nun kann man den Stickstoffgehalt im Urin messen um zu bestimmen wieviel Eiweiss im Stoffwechsel abgebaut wurde. Auch kann der Eiweissverlust im Darm gemessen werden, in dem man den Stickstoffgehalt in den Darmausscheidungen misst. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img data-attachment-id=\"803\" data-permalink=\"https:\/\/overthekitchen.de\/?attachment_id=803\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/overthekitchen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/FEA1AD6A-BF53-4908-AB9E-BDF6CD62A6DC.jpeg?fit=1280%2C438&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"1280,438\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"FEA1AD6A-BF53-4908-AB9E-BDF6CD62A6DC\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/overthekitchen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/FEA1AD6A-BF53-4908-AB9E-BDF6CD62A6DC.jpeg?fit=300%2C103&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/overthekitchen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/FEA1AD6A-BF53-4908-AB9E-BDF6CD62A6DC.jpeg?fit=1000%2C342&amp;ssl=1\" loading=\"lazy\" width=\"1280\" height=\"438\" src=\"https:\/\/i2.wp.com\/overthekitchen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/FEA1AD6A-BF53-4908-AB9E-BDF6CD62A6DC.jpeg?fit=1000%2C342&amp;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-803\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/overthekitchen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/FEA1AD6A-BF53-4908-AB9E-BDF6CD62A6DC.jpeg?w=1280&amp;ssl=1 1280w, https:\/\/i0.wp.com\/overthekitchen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/FEA1AD6A-BF53-4908-AB9E-BDF6CD62A6DC.jpeg?resize=300%2C103&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/overthekitchen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/FEA1AD6A-BF53-4908-AB9E-BDF6CD62A6DC.jpeg?resize=1024%2C350&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/overthekitchen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/FEA1AD6A-BF53-4908-AB9E-BDF6CD62A6DC.jpeg?resize=768%2C263&amp;ssl=1 768w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>In ern\u00e4hrungswissenschaftlichen Untersuchungen wurden Teilnehmer f\u00fcr eine Zeit lang auf. Eine eiweissfreie Kost gesetzt, um so zu kl\u00e4ren, wie viel Eiweiss im K\u00f6rper verloren geht und das unabh\u00e4ngig von den zugef\u00fcgten Lebensmitteln. Es kam dabei heraus, das ein 70 kg schwerer Mensch um die 25 g Eiweiss am Tag verlor. So kann man nun berechnen, das man nun zirka 0,3 g Eiweiss pro kg K\u00f6rpergewicht verliert und man diese ersetzen muss. Nun stellt dies aber noch lange keine Verzehrempfehlung dar. Wenn man zum Beispiel 10 g Eiweiss aufnimmt, bedeutet dies nicht das die 10 g Eiweiss auch im K\u00f6rper ankommen und verwertet werden k\u00f6nnen. 10 % Verdauungsverluste muss man mit einbeziehen und dann kommt noch die biologische Wertigkeit der zugef\u00fcgten Lebensmittel dazu. Auf die 0,3 g Eiweiss pro kg K\u00f6rpergewicht rechnet man im allgemeinen einen Sicherheitszuschlag von 0,5 g dazu. So erreicht man eine allgemeine Verzehrempfehlung von Eiweiss von 0,8 g pro kg K\u00f6rpergewicht. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img data-attachment-id=\"811\" data-permalink=\"https:\/\/overthekitchen.de\/?attachment_id=811\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/overthekitchen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/DC13C726-37EF-427A-949F-F354BD39A443.jpeg?fit=1280%2C253&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"1280,253\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"DC13C726-37EF-427A-949F-F354BD39A443\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/overthekitchen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/DC13C726-37EF-427A-949F-F354BD39A443.jpeg?fit=300%2C59&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/overthekitchen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/DC13C726-37EF-427A-949F-F354BD39A443.jpeg?fit=1000%2C197&amp;ssl=1\" loading=\"lazy\" width=\"1000\" height=\"197\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/overthekitchen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/DC13C726-37EF-427A-949F-F354BD39A443.jpeg?resize=1000%2C197&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-811\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/overthekitchen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/DC13C726-37EF-427A-949F-F354BD39A443.jpeg?resize=1024%2C202&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/overthekitchen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/DC13C726-37EF-427A-949F-F354BD39A443.jpeg?resize=300%2C59&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/overthekitchen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/DC13C726-37EF-427A-949F-F354BD39A443.jpeg?resize=768%2C152&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/overthekitchen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/DC13C726-37EF-427A-949F-F354BD39A443.jpeg?w=1280&amp;ssl=1 1280w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Der Eiweissbedarf wird in einer normalen und gew\u00f6hnlichen Ern\u00e4hrung, wie sie in Deutschland praktiziert wird, problemlos Gedeckt. In Deutschland liegt die durchschnittliche Menge von Eiweiss welches aufgenommen wird bei Frauen bei 65 g und bei M\u00e4nnern bei 85 g Eiweiss pro kg K\u00f6rpergewicht. Wenn man nun einen normalgewichtigen Menschen als Beispiel heranzieht, der 70 kg schwer ist so ben\u00f6tigt dieser grade mal 56 g Eiweiss. So denke ich, kann man einen echten Eiweissmangel so gut wie ausschliessen. Wahrscheinlicher ist eine allgemeine Mangelern\u00e4hrung, die durch Krankheiten, Alkoholismus, Magersucht oder einer sehr extremen einseitigen Ern\u00e4hrungsweise zu einem Eiweissmangel in Deutschland f\u00fchren kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt aber auch Situationen wo ein Mehrbedarf an Eiweiss herrscht. Kinder und Jugendliche im Wachstum bauen neue K\u00f6rpermasse auf und ben\u00f6tigen dort auch mehr Eiweiss. Eine Verzehrempfehlung bei Kinder und Jugendlichen w\u00e4re 0,9 bis 1,0 g Eiweiss pro kg K\u00f6rpergewicht. Frauen in der Schwangerschaft und in der Stillzeit haben einen erh\u00f6hten Eiweissbedarf. In der Schwangerschaft, wenn sich das Kind entwickelt steigt der Bedarf an Eiweiss um rund 10 g Eiweiss und in der Stillzeit f\u00fcr die Bildung der Muttermilch um rund 15 g Eiweiss mehr am Tag. <\/p>\n\n\n\n<p>Der Eiweissbedarf im Ausdauersport ist nat\u00fcrlich auch viel h\u00f6her als bei jemanden der sich nur wenig bewegt. Der Marathonl\u00e4ufer l\u00e4uft rund eine Strecke von 42 km und ben\u00f6tigt daf\u00fcr im Durchschnitt rund vier bis f\u00fcnf Stunden. Die Glykogenspeicher in den Muskeln werden gut oder sogar komplett ersch\u00f6pft sein und dann wird die Glucose als Energietr\u00e4ger knapp. Die Glucose wird nicht nur als Energielieferant ben\u00f6tigt, sondern auch im gesamten Energiestoffwechsel. Wenn aus Fetts\u00e4uren Energie gewonnen wird, so wird Glucose ben\u00f6tigt.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Der Zitronens\u00e4ure-Zyklus (Citrat-Zyklus): Beim Abbau der Fetts\u00e4uren (\u03b2-Oxidation) entsteht aktivierte Essigs\u00e4ure (Acetyl-CoA). Die aktivierte Essigs\u00e4ure verbindet sich mit Oxalessigs\u00e4ure (Oxalacetat) zu Zitronens\u00e4ure (Citrat). Erst jetzt kann der Zitronens\u00e4ure-Zyklus stattfinden. Oxalessigs\u00e4ure entsteht haupts\u00e4chlich aus der Brenztraubens\u00e4ure (Pyruvat), welche wiederum aus dem Abbau des Traubenzuckers (Glykolyse) anf\u00e4llt. Ein alter Spruch in der Ern\u00e4hrungswissenschaft lautet: Die Fette brennen im Feuer der Kohlenhydrate. Dies gilt aber nur bei k\u00f6rperlicher Anstrengung, nicht im normalen Energiestoffwechsel.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Nun ist die Leber in der Lage neue Glucose aus Aminos\u00e4uren zu bilden &#8211; die Gluconeogenese &#8211; die Traubenzuckerneubildung. Die Aminos\u00e4uren k\u00f6nnen die Glucose an vielen Stellen im Energiestoffwechsel ersetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei einer langen und intensiven Ausdauerleistung, wo die Glykogenspeicher in den Muskeln ersch\u00f6pft werden, wird also insgesamt viel mehr Eiweiss im Energiestoffwechsel verbraucht. Bei diesem Marathonlauf w\u00e4re es zum Beispiel 20 g Eiweiss, welcher wiederum durch die Lebensmittel der Ern\u00e4hrung ausgeglichen werden muss. So wird offiziell Ausdauerathleten die Leistungssport betreiben ein Eiweissbedarf von 1,2 bis 1,4 g Eiweiss pro kg K\u00f6rpergewicht empfohlen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Ern\u00e4hrung mit viel Eiweiss, hat sich auch im Kraftsport bew\u00e4hrt und f\u00f6rdert den Muskelaufbau, die Regeneration und die Leistungsf\u00e4higkeit. Der Eiweissbedarf f\u00fcr Kraftsportler betr\u00e4gt offiziell 1,6 g Eiweiss pro kg K\u00f6rpergewicht. Es f\u00fchrt in den meisten F\u00e4llen zu keinen Vorteilen wenn der Eiweissbedarf \u00fcber 2,0 g Eiweiss pro K\u00f6rpergewicht, weder am Muskelaufbau, noch f\u00fcr die Leistungsf\u00e4higkeit. H\u00e4ufig wird der Eiweissbedarf f\u00fcr den Muskelaufbau ordentlich untersch\u00e4tzt. F\u00fcr den Aufbau von 1 kg Muskelmasse in einem Monat wird 220 g zus\u00e4tzliches Eiweiss als Baumaterial ben\u00f6tigt, weil das Muskelgewebe rund 22 % Eiweissanteil besitzt. Auf den Monat umgerechnet bedeutet dies einen t\u00e4glichen Mehrbedarf von 7 g Eiweiss, welches in den Muskeln tats\u00e4chlich dauerhaft verbaut wird. Eiweiss was zu viel mit der Nahrung aufgenommen wird, kann vom K\u00f6rper nicht gespeichert werden und wird daher zu Energie verbrannt. Es spielt dabei keine Rolle, ob die Eiweissquelle ein teures Proteinpulver oder Ein viel g\u00fcnstigerer Quark ist.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die reine Deckung des Eiweissbedarf sind Eiweisssupplemente unn\u00f6tig, jedoch k\u00f6nnen sie den Eiweissstoffwechsel in der Muskulatur g\u00fcnstig beeinflussen und so Vorteile beim Muskelaufbau bringen. Whey &#8211; Protein ist bei Kraftsporten sehr beliebt. Whey ist das Molkeeiweiss der Kuhmilch und es besitzt eine sehr hohe biologische Wertigkeit und hat somit ein g\u00fcnstiges Aminos\u00e4ureprofil f\u00fcr den Muskelaufbau. Auch besitzt das Whey eine sehr schnelle Verdaulichkeit, wodurch es rasch ins Blut gelangt und dort die Anzahl der wichtigen Aminos\u00e4uren ansteigen l\u00e4sst. In der Muskulatur wird der Eiweissstoffwechsel st\u00e4rker angeregt und Eiweiss wird in den Muskeln besser neugebildet. Eine optimale Dosierung von Whey &#8211; Protein liegt bei 20 bis 30 g pro Shake, welcher sehr zeitnah nach der Trainingseinheit zu sich genommen werden sollte. Bei h\u00f6heren Mengen w\u00fcrde dagegen eher die Gluconeogenese aus den wertvollen Aminos\u00e4ure angeregt werden. So ein Whey &#8211; Proteinshake sollte fettarm sein, damit die Magenentleerung nicht verz\u00f6gert wird und das Eiweiss schnell in den Darm gelangt. Kohlenhydrate w\u00e4hren auch gut wenn sie in dem Shake enthalten w\u00e4ren &#8211; Bananen zum Beispiel &#8211; entweder zwei direkt nach dem Shake essen oder mit in den Mixer geben. Somit wird vor allem die Umwandlung von Eiweiss in Glucose verhindert, die Glykogenspeicher werden aufgef\u00fcllt und es wirkt sich g\u00fcnstig auf das Hormonprofil aus. Auch wirkt sich eine hohe Eiweisszufuhr positiv auf die Leistungsf\u00e4higkeit und den Muskelaufbau aus, was an den essenziellen Aminos\u00e4ure liegt, die aktiven in hohen Ma\u00dfe die wichtigsten Wachstumsfaktoren im K\u00f6rper, wie IGF-1 und mTor.<\/p>\n\n\n\n<p>Der&nbsp;Botenstoff IGF-1 &#8211; Insulin-like growth factor &#8211; ist der wohl st\u00e4rkste Wachstumsfaktor. Er wird in der Leber gebildet und in das Blut ausgesch\u00fcttet, von wo aus er zu den Zellen gelangen kann. Dort stimuliert er allgemeines Zellwachstum und hat eine leistungssteigernde Wirkung. IGF-1 sorgt insbesondere f\u00fcr verst\u00e4rkten Muskelaufbau und f\u00f6rdert Erholungs- und Reparaturprozesse in den Muskeln (zum Beispiel nach einer harten Trainingseinheit). Im Fettgewebe beg\u00fcnstigt es sogar den Fettabbau. Dar\u00fcber hinaus spielt IGF-1 auch f\u00fcr das Gehirn und die Nerven eine wichtige Rolle: Es sch\u00fctzt die Nervenzellen vor dem Absterben (neuroprotektive Wirkung) und regt sogar deren Neubildung an (Neurogenese). Im Alter sinkt der IGF-1-Spiegel eines Menschen deutlich ab, womit der alterstypische Verlust von Muskel- und Nervenmasse einhergeht.<\/p>\n\n\n\n<p>Der&nbsp;Eiwei\u00dfstoff mTOR &#8211; mechanistic target of rapamycin &#8211; ist seit seiner Entdeckung ein ganz wichtiges&nbsp;Thema in der Ern\u00e4hrungsforschung. Er \u00fcbernimmt sozusagen die Aufgabe des Bauleiters in jeder Zelle. Nur wenn gen\u00fcgend Energie und essenzielle Aminos\u00e4uren zur Verf\u00fcgung stehen, gibt mTOR der Zelle gr\u00fcnes Licht, damit diese wachsen und sich entwickeln darf. Daher wird mTOR auch besonders stark durch die Aufnahme von tierischen Eiwei\u00dfen angeregt und kann dann auch die Proteinsynthese in den Muskeln kr\u00e4ftig ankurbeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Die besten Resultate beim Muskelaufbau bringen eine grosse Zufuhr von hochwertigen Eiweiss in Form von eiweissreichen Lebensmitteln und Proteinsupplementen. Mit einer hohen Mahlzeitenfrequenz wird das Angebot an essenziellen Aminos\u00e4uren st\u00e4ndig aufrecht erhalten. Gleichzeitig sorgt man f\u00fcr eine ausreichende Kohlenhydratzufuhr, wo die Umwandlung von Eiweiss in Glucose verhindert und ein leichter Kalorien\u00fcberschuss wird angestrebt. Man schafft so, aus Sicht der Wachstumsfaktoren, optimale Bedingungen f\u00fcr den Muskelaufbau, darum geht es ja prim\u00e4r beim Bodybuilding. IGF-1 geh\u00f6rt zu den anabolsten Stoffen, die man kennt, weshalb man es im Profi &#8211; Bodybuilding auch als Dopingmittel missbraucht.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um den Eiweissbedarf des Menschen zu bestimmen, m\u00fcssen wir vorher noch die biologische Wertigkeit von Eiweiss besprechen. Wie wird sie bestimmt und was bedeutet dies f\u00fcr uns. Die biologische Wertigkeit ist eine Methode um die Qualit\u00e4t von Eiweiss von Lebensmitteln zu bewerten. Jedes Nahrungseiweiss hat ein eigenes Profil von Aminos\u00e4uren. Manches ist davon g\u00fcnstig f\u00fcr&#8230; <\/p>\n<div class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/overthekitchen.de\/?p=793\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":797,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false,"jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","enabled":false}}},"categories":[5],"tags":[],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/overthekitchen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/527DD249-230B-4488-AA58-D0555FBE7F06.jpeg?fit=1280%2C960&ssl=1","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/paPlv3-cN","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/overthekitchen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/793"}],"collection":[{"href":"https:\/\/overthekitchen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/overthekitchen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/overthekitchen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/overthekitchen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=793"}],"version-history":[{"count":15,"href":"https:\/\/overthekitchen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/793\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":817,"href":"https:\/\/overthekitchen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/793\/revisions\/817"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/overthekitchen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/797"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/overthekitchen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=793"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/overthekitchen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=793"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/overthekitchen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=793"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}